Urheberrechtsschutz bei Bearbeitung und Benutzung von Werken

Rechtsanwaltskanzlei Scharfenberg informiert über das deutsche Urheberrecht.

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Urheberrechtsschutz bei Bearbeitung und Benutzung von Werke

Wer ein Werk nur zur Inspiration für ein eigenes Werk nutzen will, muss die Urheberrechte des sogenannten Originals beachten. Der, der das Original geschaffen hat, hat wiederum ein Interesse daran, dass sein Urheberrecht nicht verletzt wird indem es als Vorlage für eine Verfremdung oder Bearbeitung dient. Kern eines Rechtsstreits ist hier zumeist die Frage, ob es sich um eine Bearbeitung im weitesten Sinne handelt, die eine Einwilligung des Schöpfers des Originals erfordert und ob eine solche vorliegt.

Bei Bearbeitung und Umgestaltung von Werken handelt es nach einhelliger Meinung um eine persönliche geistige Schöpfung, die nach § 23 des Urheberrechtsgesetztes immer die Einwilligung des Urhebers des Originals benötigt. Wichtig ist, dass die geistige Schöpfung dem Originalwerk dient, dessen Verwertungsmöglichkeiten erweitert. Dies leistet beispielsweise eine Übersetzung eines Fachbuches in eine andere Sprache. Zudem ist die Individualität des Übersetzers hier durch dessen eigenen Schreibstil unverkennbar. Bei einer Umgestaltung liegt auch eine persönliche geistige Schöpfung vor. Der Schöpfer will sein eigenes Werk zur Geltung bringen, wobei er allerdings das Original für seine Zwecke ausbeuten will. Dies ist beispielsweise bei der Herstellung von Plagiaten der Fall. Es existieren dann meist zwei Urheberrechte, das des Schöpfers und das des Bearbeiters.

Bei einer freien Bearbeitung hingegen ist keine Zustimmung erforderlich nach § 24 des Urheberrechtsgesetztes. Hier wird ein neues selbstständiges Werk geschaffen, dessen Urheberrechtsinhaber der Bearbeiter ist. Diese Möglichkeit, ein bestehendes Werk zur Inspiration zu nehmen, ist Ausdruck der Bestrebend des Gesetzgebers, Kunst und Wissenschaft Fortschritt zu ermöglichen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Künstler ein bekanntes Bild sodermaßen am PC bearbeitet, dass die typischen Merkmale des Bildes nachher nicht mehr erkennbar sind, also ein Betrachter des geschaffenen Werkes nicht gleich die Assoziation zu dem bearbeiteten Werk erkennt.

Einwilligung und Nutzungsrecht

Die Einwilligung ist zumeist vor Veröffentlichung des Werkes einzuholen, zuvor nicht ein Nutzungsrecht eingeräumt worden ist. Diese kann freilich ausdrücklich oder auch stillschweigend erteilt werden. Allerdings ist mit stillschweigend nicht Schweigen gemeint. Bei Streit hierrüber sind die Umstände zu betrachten, die zu einer ausdrücklichen Einwilligung geführt haben sollen.

Fehlt eine erforderliche Einwilligung, kann der Verletzte eine Urheberrechtsverletzung geltende machen und den Verletzer abmahnen. In der Abmahnung wird dann die Unterlassung dieser Rechtsverletzung gefordert, die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung und die Übernahme der Abmahnkosten. Diese Abmahnung kann je nach Schwere der Verletzung hohe Kosten zur Folge haben. Vor Bearbeitung eines fremden Werkes und auch vor Erhebung eines Anspruchs ist es jedoch ratsam eine Prüfung der urheberrechtlichen Vorschriften und der aktuellen Rechtsprechung zu diesem Gebiet vornehmen zu lassen, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Rechtsanwältin K. Scharfenberg

 
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